Verkaufte Gesinnung!

Am Montag war – in diesem Fall Frau Stenzel – noch schwarz. Seit Dienstag ist sie blau. Politisch gemeint.

"Vorgestern" (Mitte August) waren Frau Nachbaur und Herr Ertlschweiger noch auf der Payroll des Team Stronach. Heute lassen sie, durch die Clubförderung, die natürlich der Steuerzahler genauso berappt wie exorbitante Politikergehälter, beim ÖVP-Club die Kassen klingeln. Wie davor bereits ihre ehemaligen, und nun erneuten Parteigenossen Georg Vetter und Marcus Franz. Sie waren ebenfalls für das Team Stronach in den Nationalrat eingezogen und zur VP übergelaufen.

Und die Wiener SPÖ hatte sich davor den Grünen Senol Akkilic gekrallt, um eine Reform des Wahlrechts zu verhindern. Die hätte der eigentliche Koalitionspartner, die Grünen unter Vizebürgermeisterin Vassilakou und Rathausopposition (FPÖ, ÖVP) sonst gegen den Willen der Roten durchsetzen können.

Gut. Verwirrend? Nein. Bloß eine Verarschung eines jeden, der seinen Stimmzettel abgeben hat. Allerdings ist die Gesinnung, die hier wie Unterhosen bald täglich gewechselt wird, ein wunderbares Abbild der politischen Realität in diesem Land. Meinung, Überzeugung oder gar Sachthemen spielen keine Rolle mehr. Hat man den Fuß in der Tür – pardon: den Hintern auf einem Gemeinde- oder Nationalratssessel – will man ihn auch nicht mehr hergeben. Es geht ausschließlich nur noch darum, ergatterte Macht und stattliche Politikergehälter um keinen Preis zu verlieren. Schon gar nicht, wenn der Preis nur der Verrat an der Gesinnung und am Wähler ist.

Nun, das ist kein Wunder. Ex-Kanzler und auch der aktuelle und Kollegen haben dieses Spiel lange genug vorgemacht. Für den Endzweck in der Regierung zu sitzen, wird jeder Kniefall vor der Wirtschaft vollzogen, es werden die Lackschuhe der Banker geleckt und die Genossen verraten. Und dem zürnenden, und nach Lebenserleichterungen dürstenden, Volk Scheinreformen als soziale Meilensteine verkauft.

„Aus Grün mach‘ Rot, aus Rot mach‘ Grün – Morgen seid ihr alle hin!“ Wie passend und prophetisch textete das die Wiener Kultband Drahdiwaberl bereits in den 80er Jahren? Nur, dass damals alle anderen Couleur wie Schwarz, Blau, Pink (noch) keine maßgebliche Rolle gespielt haben. Wohl deshalb haben sie die Texter damals nicht erwähnt. Mit dem „ihr“ war übrigens nicht das Stimmvieh gemeint, dessen Wahlzettel heute höchstens die Gültigkeit und Glaubwürdigkeit von Toilettenpapier – und manchem Kleinformat – besitzt, sondern jene, die sich kaufen lassen. Die Damen und Herren Politiker…

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Unplugged 1-Stein

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fischundfleisch

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