Unsere erste Story zum Thema „Berechnung des Taggeldes“ rief einiges Aufsehen hervor. Es ging darum zu zeigen, wie viel – solidarisch auf alle 1,74 Millionen Bewohner Wiens aufgeteilt – ein Wiener denn die Stadt Wien pro Tag „kostet“. Der Anlass: Das vor kurzem auf 95 Euro erhöhte Taggeld für unbegleitete, minderjährige Flüchtlinge, das vor allem rechte Kreise jenen neiden, die ihre Habseligkeiten in einem Plastiksack unterbringen können und bei uns Schutz und Asyl suchen.
Hier die Zahlen aus dem Budget der Stadt Wien um ein Gefühl für die Dimensionen zu bekommen, was wir Wiener denn so an Kosten verursachen. Und die Liste ist bei Weitem nicht vollständig…
Der Wohnungsneubau wird jährlich mit 300 bis 350 Millionen Euro gefördert, in die Wohnhaussanierung fließen noch einmal 200 Millionen. Die individuelle Förderung (Subjektförderung genannt, das ist u.a. die Wohnbeihilfe von 67,2 Millionen, Eigenmittelersatzdarlehn etc.) beläuft sich auf 93,65 Millionen (2014).
Für 2015 veranschlagt die Stadt Wien einen Betriebskostenzuschuss für die Wiener Linien von 331,9 Millionen Euro, hinzu kommt ein Investitionszuschuss für Errichtung und Instandhaltung von 382,6 Euro.
In Wien gibt es 81.200 Kindergärten (0-10 Jahre) und 19.350 Hort-Plätze (für die Altersgruppe sechs bis zehn Jahre), sowohl städtisch als auch privat. Dafür wurden 2014 720 Millionen Euro aufgewendet, 2015 werden es vermutlich ca. 780 Millionen sein. Pro Platz gibt die Stadt Wien 6.380 Euro im Jahr aus.
Komplizierter ist es bei den Volksschülern, da sich hier die Kosten zwischen Stadt und Bund aufteilen. 2013 „kostete“ ein VS-Platz die Stadt Wien 3.144,67 pro Jahr, für den Bau von zehn Campus-Standorten werden in den nächsten Jahren 700 Millionen Euro ausgegeben. Die Zuschüsse des Bundes kommen noch hinzu.
Viel komplexer – und bei Weitem der teuerste Posten – ist der Bereich Gesundheit, in dem Wien im Jahr 2014 62,55 Millionen Euro aufgewendet hat. Dazu kommen 2,7 Mio. für die Gesundheitsplanung, 5,8 für die Gesundheitsförderung, für Pflege und Patientenanwaltschaft 2,2 Mio., für Umweltschutz (ist ebenfalls im Gesundheitsbudget) 5,8 Mio.; Sucht- und Drogenkoordination kosten 28,2 Mio., Jugendzahnklinik 550.000 Euro, Rettungs- und Krankenbeförderung schlagen sich mit 73,4 Mio. zu Buche; Zuschüsse an den Krankenanstaltenverbund zahlt Wien in der Höhe von 1,334 Mio., an die Krankenanstalten werden 49,5 Mio. überwiesen, an Krankenanstaltenfonds nochmals 589 Mio. Nicht berücksichtigt in unserer Rechnung sind Aufwendungen unter einer Million Euro.