Die mit Abstand wichtigste Frage in der Politik ist eine Frage, die erstaunlich selten debattiert wird: wer kontrolliert den Staat eigentlich?

Der Grund dafür ist, dass die Frage für die meisten Menschen selbsterklärend ist.

Für die einen ist es eindeutig, dass der Staat wir sind, weil wir die Politiker wählen. Für die Nächsten ist es völlig klar, dass die Politiker nichts zu melden haben und der Staat von den Bürokraten gesteuert wird, Andere verstehen, dass das Großkapital die Politiker und oder die Beamten via Bestechung und Erpressung steuert und wenige sehen Illuminatenechsenmenschen die allerlei Marionettenschnüre zupfen.

Jeder hat ein gewisses Modell im Kopf und alle diese Modelle haben einen Grund für ihre Existenz, selbst die wirklich absurden Ideen wie Illuminaten oder die Idee, dass ein Politiker lieber für seine Wähler arbeitet, anstatt sich vom Großkapital bestechen zu lassen machen, wenn man nicht über den Tellerrand blickt, durchaus Sinn.

Das Grundproblem in der Debatte ist, dass viele Menschen ein verklärtes Bild vom Staat haben. Der Staat hat in sich nicht einen Funken übermenschliches. Alles, was der Staat tut, ist menschlich, weil alles von Menschen getan wird und daher ist er anfällig für alle Dinge für die Menschen eben anfällig sind.

Jede Funktion im Staat wird von einem Menschen ausgeführt und jeder Mensch ist erpressbar, bestechlich und hat eigene Ziele sowie eine Bedeutungshierarchie. Jeder Beamte, jeder Politiker und jeder Funktionär wird, wenn er vor der Wahl steht eine geliebte Person zu opfern oder hundert Fremde die hundert Fremden opfern und fast jeder wird sich und Menschen die er mag auf Kosten von Menschen die er nicht mag oder ihm egal sind bereichern.

Und die Anzahl der Menschen die das Bestreiten ist nicht groß.

Das Gegenargument, das vorgebracht wird, ist dass „es nicht so sein sollte“ und man „Möglichkeiten finden müsse, dass der Politiker und der Bürokrat sich nicht wie ein Mensch verhalten, sondern besser

Das Kernproblem an der Sache ist, dass wir im Grunde alle ganz genau wissen, dass der Staat nicht tut was er soll weil Menschen ihn steuern die nicht tun was sie sollen sondern das was sie wollen.

Wo sich die Fronten dann auftun, ist in der Frage, ob man das ändern kann oder eben nicht.

Ich denke, dass man das nicht ändern kann.

Wir können (noch) keinen selbstlosen Superbeamten oder Superpolitiker züchten der sich selber ins Messer stürzt um zwei Bürger zu retten, statt dessen haben wir Menschen die tun was Menschen tun: ihr eigenes Leben optimieren und im Staatsdienst bedeutet das Steuergeld irgendwie in die eigene Tasche zu leiten, was nur eben keine Werte schafft.

Der Staat wird von Menschen kontrolliert.

Darin sind wir uns fast alle einig. Die Frage ist nur eben, wer am Steuerrad steht. Diese Frage ist wichtig. Wer am Steuerrad stehen sollte, hingegen ist bedeutungslos.

Das gilt es zu verstehen.

3
Ich mag doch keine Fische vergeben
Meine Bewertung zurückziehen
Du hast None Fische vergeben
6 von 6 Fischen

bewertete diesen Eintrag

Tourix

Tourix bewertete diesen Eintrag 08.06.2024 08:23:19

Petra vom Frankenwald

Petra vom Frankenwald bewertete diesen Eintrag 05.06.2024 22:40:11

Matt Elger

Matt Elger bewertete diesen Eintrag 05.06.2024 21:31:39

2 Kommentare

Mehr von Angus