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Man könnte glauben - vorausgesetzt man ist grundsätzlich gläubig - dass wir uns am Beginn einer Neo-Inquisition, also quasi einer »Inquisition 2.0« befinden. In Anbetracht der öffentlichen Verun(gl)impfung Ungeimpfter oder sogenannter "Impfverweigerer" und der sich zusehends verschärfenden "Maßnahmen" diese auf Linie zu bringen, frage ich mich allerdings, wie es soweit kommen konnte, dass in einer aufgeklärten Gesellschaft mit demokratischen Grundstrukturen solche Umtriebe, die man im dunkelsten Mittelalter verorten muss, aktuell eine derartige Renaissance erleben.
Neben vielen möglichen Motiven, die Menschen antreiben irrationale Handlungen zu begehen (Gier, Habsucht, Konformitätsdruck, Narzissmus, ziviler Gehorsam usw.), sticht ein Motiv besonders hervor, dass seit jeher in allen Epochen von Machthabern aller Couleur instrumentalisiert wurde, um Menschen zu manipulieren und folgsam zu machen: Die Angst.
Menschen haben vor allem Möglichen Angst - allem voran Angst vor dem Tod. Aber auch Angst vor Krankheit, dem Verlust geliebter Menschen, dem Verlust des Jobs oder sozialem Abstieg treibt Viele in die Arme vermeintlicher "Heilsbringer". Da scheint es für diese geradezu eine Steilvorlage zu sein, wenn sie, bedingt durch die allmähliche Abnutzung des Virus als Angstquelle, nun endlich eine neue gefunden haben: Die Ungeimpften.
Wenn es nur oft genug und laut verkündet wird (die Grundregel jeglicher Propaganda), bilden sich in kürzester Zeit Mehrheiten, die diesen Narrativen bedingungs- und gedankenlos folgen.
Im Falle der Ungeimpften geht es jedoch nicht mehr um ein Virus, die Befolgung von Maßnahmen oder den Aufruf zu einer Impfung, es geht um die aktive Diskriminierung und Anfeindung von Teilen unserer Gesellschaft, die zusammengefasst in eine Ecke gestellt und "zum Abschuss" freigegeben werden. Eine derartige Indoktrination der Mehrheit ist nicht nur ein äußerst bedenklicher Vorgang in einem vermeintlichen Rechtsstaat, es ist verachtenswert.