Donald Trump definiert täglich neu, was Wahrheit und was Lüge ist. Nun droht er ein neues Gesetz an, das »beleidigende Fiktion«, also unliebsame Berichterstattung, unterbinden soll.
Donald Trump inszeniert sich gern als Verfechter der Meinungsfreiheit. Unliebsame Berichte bezeichnet er allerdings regelmäßig als »Fake News«. Nun hat der US-Präsident damit gedroht, gerichtlich gegen Medien, Autoren und Verleger vorzugehen, die sich auf anonyme Quellen berufen.
»Ich werde einige dieser Autoren und Verleger unehrlicher Bücher oder sogar die Medien im Allgemeinen gerichtlich belangen, um zu wissen, ob diese ›anonymen Quellen‹ existieren oder nicht«, schreibt Trump in seinem Onlinedienst Truth Social. Dabei bezeichnet er anonyme Quellen als »beleidigende Fiktion«. »Wer weiß, wir können vielleicht ein neues Gesetz schaffen«, fügt er hinzu.
Enthüllungsbuch als Auslöser?
Anlass der Empörung Trumps ist möglicherweise die Veröffentlichung des neuen Enthüllungsbuches des Journalisten Michael Wolff, »All or nothing« (Alles oder nichts). In dem Buch wird unter anderem behauptet, dass Trump »scheinbar am Rande des Zusammenbruchs« gewesen sei, nachdem er im vergangenen Sommer während des Wahlkampfs um Haaresbreite einem Mordanschlag entgangen war. Trump habe Sätze nicht zu Ende sprechen können und Wutanfälle bekommen, die selbst für den bekanntermaßen dünnhäutigen ehemaligen Reality-TV-Star ungewöhnlich gewesen seien. Unter Berufung auf eine Quelle in Trumps Privatresidenz Mar-a-Lago heißt es in dem neuen Buch zudem, Trumps Ehefrau Melania hasse ihren Mann.