vom Freund zum Chef - plötzlich ist es anders

wir kennen uns seit der Berufsschule, sind immer gute Freunde geblieben, sind für einander da

ein paar Sekunden, ein Kugelschreiber, eine Unterschrift - und sofort ein seltsames Gefühl

Gestern noch, hat er mich gefragt, ob ich ihm kurz helfen kann...

Heute fragt er mich das selbe als mein Chef. Die selbe Frage, die selben Worte, der selbe Tonfall -

ich gib auch die selbe Antwort "klar gern, gib her, ich machs gleich"

Dennoch ist es anders. Auch wenns nicht zu hören ist, sie fühlt sich anders an, jetzt hat diese Frage etwas bestimmendes.  Und diese Unbekümmertheit, die Freude ihm helfen zu können, ist nicht mehr die selbe. Ich unterstütze ihn genauso gern wie vorher, doch ich fühl mich dabei anders.

ja, er hat mir auch vorher was für meine Hilfe gegeben, jetzt ist es ein Lohnzettel, der sagt was er mir zu zahlen hat. Am liebsten hab ich gesagt, komm lad mich auf ein Essen ein. Jetzt kontrolliere ich meinen Kontoauszug, damit ich seh, ob das Geld schon überwiesen ist.

wir sind die selben Freunde, machen das selbe wie sonst, nur...

jetzt hat unsere Freundschaft eine Hirachie

das Verhältnis vom Chef zu seinen Angestellten soll möglichst freundschaftlich sein, dennoch ist es einfach so, das sein Wort das meiste Gewicht hat. Das ist doch völlig normal zu sagen, "Es ist mein Reich, da möchte ich das letzte Wort haben, schließlich bin ich für mein Reich verantwortlich". Man lässt sich vieles sagen, doch kann man freier entscheiden, was man mit dem gesagten macht.

Vorher hab ich, natürlich in seinem Sinne, eigene Entscheidungen getroffen und er hat mir als Freund gesagt, falls es doch nicht ganz in seinem Sinn war. Jetzt sagt er mir das selbe als mein Chef. Der selbe Wortlaut, doch eben als mein Vorgesetzter, es fühlt sich viel bestimmter an.

so lässt eine kleine Unterschrift, die Freundschaft in einem anderen Licht erscheinen

Oder stellt sie sogar auf die Probe.

Aushelfen für ein Essen und aushelfen für offiziellen Lohn ist einfach nicht das selbe

Statt einem Freund zu helfen, ist es für Geld zu arbeiten.

Natürlich kann ich das Geld im Moment gut brauchen und die Anstellung bringt auch sonst viele Vorteile,

aber eigentlich würd ich ihm ja am liebsten als Freund helfen.

jetzt hilf ich ihm nicht mehr als Freund, jetzt bin ich sein Angestellter.

Die selben zwei Menschen, die selben Freunde, doch sind wir nicht mehr ganz gleich.

Ehrlich, ich freu mich schon darauf, wenn wir wieder die selben Freunde wie vorher sind. Wirklich gleiche Freunde. Und ich hoffe, das die Zeit als sein Angestellter, die Freundschaft nicht verändert.

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Bernhard Juranek

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Silvia Jelincic

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