Ferkel werden ohne Betäubung kastriert! #Verbotjetzt!

VIER PFOTEN

Wussten Sie, dass in Österreich 2,7 Millionen österreichische Ferkel jedes Jahr bei vollem Bewusstsein kastriert werden? Die meisten von Ihnen wahrscheinlich nicht. Tatsächlich ist es legal, wenn die Tiere weniger als sieben Tage alt sind. Bei der Kastration werden die Hoden mit einer Quetsch-Zange oder einem Skalpell entfernt. Ein bisschen Empathie reicht aus, um sich vorzustellen, dass die Tiere entsetzliche Schmerzen leiden müssen.

Die Frage ist nun: Warum muss das unbedingt gemacht werden? Begründet wird der Eingriff damit, dass der Hoden der Schweine ab der Geschlechtsreife Hormone bildet, die bei 1 bis 5 Prozent der Tiere zu einer Beeinträchtigung von Geruch und Geschmack des Fleisches führen können. Die schlechte Nachricht für KonsumentInnen: Diese Praxis betrifft Ferkel aus Biohaltung genauso wie aus konventioneller Haltung – hier wird leider kein Unterschied gemacht.

Die österreichische Landwirtschaft und der Handel haben bislang stets argumentiert, dass Alternativen zur betäubungslosen Kastration zu teuer wären. Dass es jedoch auch anders geht, zeigen Länder wie die Schweiz, Norwegen oder Australien: Dort ist die betäubungslose Kastration verboten, ohne negative Folgen für den Markt.

In Deutschland tritt das Verbot 2019 in Kraft. Große Handelsunternehmen wie die REWE Group und ALDI Nord haben angekündigt, bereits ab Jänner 2017 kein Fleisch mehr von betäubungslos kastrierten Schweinen für den Verkauf zuzulassen.

„Fair Ferkel“: Damit die Grausamkeit ein Ende hat

Auch in Österreich wollen die Tierschützer nun in dieser Hinsicht etwas weiterbringen. Daher haben sich VIER PFOTEN, der Verein gegen Tierfabriken (VGT), UNITED CREATURES und die Tierschutzombudsstelle Wien zu der Initiative „Fair Ferkel – Bündnis für mehr Tierwohl in der Nutztierhaltung“ zusammengeschlossen. Ziel ist es, per 1.1.2019 ein Verbot der in Österreich legalen Kastration von Ferkeln ohne Betäubung zu erwirken. Das soll durch gemeinsame Verhandlungen mit VertreterInnen aus Politik, Landwirtschaft, Handel, Wissenschaft sowie der Tierärztekammer erreicht werden.

Prinzipiell gibt es bei den Alternativen zwei Richtungen: entweder chirurgische Eingriffe mit Betäubung oder die Aufzucht unkastrierter Ferkel, die sowohl als Ebermast als auch mit Immunokastration möglich ist.

Gemeinsam ist allen genannten Alternativen, dass sie nicht ohne Kosten umzusetzen sind, was sich in einer Erhöhung des Preises für Schweinefleisch um einige wenige Cent pro Kilo niederschlagen würde.

Das Bündnis „Fair Ferkel“ sieht in diesem Zusammenhang besonders den Lebensmitteleinzelhandel gefordert, diese Kosten über seine Preispolitik abzufedern. Denn mit Fleisch darf kein Preis-Dumping gemacht und der Kampf um Marktanteile nicht auf dem Rücken der LandwirtInnen und Nutztiere ausgetragen werden.

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