Der Skandal um russische Einflussnahme, die AfD, die Rolle von Geheimdiensten, einem V-Mann und Blood and Honour

Recherchen der BBC und diverser investigativen Journalisten haben aufgedeckt, dass der britische Inlandsgeheimdienst MI5 vor Gericht gelogen hat, um einen gewalttätigen Neonazi-Informanten zu schützen. Der Skandal wirft nicht nur Fragen zur Integrität des britischen Geheimdienstes auf, sondern auch zur möglichen Vernetzung internationaler rechtsextremer Gruppen, einschließlich derjenigen, mit denen AfD-Politiker wie Maximilian Krah und sein Vertrauter Oleg Voloshin in Verbindung gebracht werden.
Im Zentrum der Enthüllungen steht ein rechtsextremer MI5-Informant, bekannt als "X", der nicht nur enge Kontakte in neonazistische Kreise und ganz besonders zu Blood and Honour hatte, sondern auch schwerste Gewaltverbrechen beging.
X nutzte seine Rolle als MI5-Informant, um seine Ex-Partnerin zu kontrollieren, zu misshandeln und mit einer Machete anzugreifen.
Als drohte alles aufzufliegen, versuchte der MI5 aggressiv, die Veröffentlichung der Geschichte zu blockieren, argumentierte plötzlich in einem Gerichtsverfahren 2022, man könne weder bestätigen noch dementieren, ob X ein Informant sei.
Was macht diesen Fall besonders brisant? Der MI5-V-Mann war tief in rechtsextremen Strukturen verwurzelt. Und genau hier gibt es potenzielle Überschneidungen mit anderen Akteuren der europäischen Rechten.
Blood and Honour & internationale Neonazi-Netzwerke kooperierten mit russischen Netzwerken. Russland spielt dabei eine zwiespältige Rolle: Während es Blood and Honour offiziell verbot, nutzten russische Akteure die Bewegung zur Destabilisierung westlicher Demokratien. Krah und Voloshin haben nachweislich enge Kontakte zu russischen Kreisen, die gezielt Einfluss auf rechtsextreme Gruppen nehmen.
Ein internationales Netzwerk der Einflussnahme
Ein politischer Skandal von internationalem Ausmaß erschüttert die europäische Politik und Geheimdienststrukturen. Im Zentrum steht der Ukrainer Oleg Voloshin, gegen den britische Strafverfolgungsbehörden Anklage wegen Bestechung und prorussischer Einflussnahme erhoben haben. Besonders brisant: Voloshin pflegte über Jahre hinweg enge Beziehungen zu führenden Politikern der deutschen AfD, allen voran zu Maximilian Krah und Petr Bystron.
Die Enthüllungen werfen Fragen über die Verstrickung der AfD in russische Einflussoperationen auf – während gleichzeitig ein Skandal um den britischen Geheimdienst MI5 ans Licht kommt, der einen gewalttätigen Neonazi-Informanten gedeckt haben soll, der zwischen beiden Gruppierungen sich bewegte.
Britische Ermittler haben Anklage gegen Oleg Voloshin erhoben, dem eine zentrale Rolle in einer prorussischen Einflussoperation zur Last gelegt wird. Er soll den ehemaligen britischen EU-Abgeordneten Nathan Gill während dessen Mandatszeit bis 2020 bestochen haben, um prorussische Narrative in den europäischen Institutionen zu verbreiten. Die Londoner Staatsanwaltschaft bestätigte die Anklage gegen Gill und Voloshin, der sich derzeit mutmaßlich in Belarus aufhält.t.
Voloshin gilt als enger Vertrauter des prorussischen Oligarchen Viktor Medwedtschuk, eines wichtigen politischen Verbündeten Wladimir Putins. Seine Verbindung zur AfD ist seit Jahren bekannt: Maximilian Krah bezeichnete ihn als "alten Freund". Bereits 2021 traf sich Voloshin mit Krah, Bystron und anderen AfD-Politikern in der Ukraine, um prorussische Strategien zu diskutieren. Auch nach dem Beginn des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine hielt der Kontakt an – erst im November 2024 reiste Krah heimlich nach Russland, um Voloshin und dessen Ehefrau zu treffen.
Gleichzeitig laufen Ermittlungen gegen den polnischen Agenten Janusz Niedźwiecki, der über Krahs Büro im EU-Parlament akkreditiert war und wegen Spionage angeklagt ist. Niedźwiecki spielte eine Schlüsselrolle in der Finanzierung von pro-russischen PR-Kampagnen und organisierte Treffen zwischen europäischen Politikern und prorussischen Akteuren. Der britische Ex-Abgeordnete Gill soll durch diese Netzwerke finanziert worden sein, um prorussische Propaganda zu verbreiten – ein Muster, das sich in der AfD wiederholt.
Bargeld bei FBI-Kontrolle: Bei einer Reise in die USA im Dezember 2023 führte Krah eine größere Summe Bargeld mit sich, was bei einer Kontrolle durch das FBI auffiel. Krah erklärte, es handele sich um etwa 3.000 Euro, die er als "Bargeldreserve" dabei hatte, da er sein Kartenetui in Brüssel vergessen habe.
Ermittlungen wegen möglicher Zahlungen: Der tschechische Geheimdienst soll Hinweise darauf haben, dass europäische Politiker, darunter auch Mitglieder der AfD, Zahlungen von prorussischen Plattformen wie "Voice of Europe" erhalten haben. Diese Zahlungen könnten dazu gedient haben, prorussische Positionen in Europa zu fördern.
Diese Vorfälle alleine und Verbindungen werfen ernsthafte Fragen über die Beziehungen von Maximilian Krah zu prorussischen Netzwerken und die mögliche Einflussnahme auf politische Entscheidungen in Europa auf.
Die Rolle der AfD: Lobbyarbeit für Moskau?
Sowohl Maximilian Krah als auch Petr Bystron bestreiten, Geld aus Russland erhalten zu haben. Die engen Verbindungen zu Voloshin und Medwedtschuk sind jedoch unbestreitbar.
Die Münchner Generalstaatsanwaltschaft ermittelt gegen Bystron wegen des Verdachts auf Bestechlichkeit und Geldwäsche. Bis zur Aufhebung seiner parlamentarischen Immunität sind die Ermittlungen ausgesetzt. Gleichzeitig prüft die Dresdner Generalstaatsanwaltschaft, ob ein Anfangsverdacht gegen Krah besteht. Die Vorwürfe betreffen unter anderem finanzielle Zuwendungen, die über das prorussische Medium "Voice of Europe" geflossen sein sollen. Diese Plattform steht mittlerweile unter EU-Sanktionen, da sie mutmaßlich zur Einflussnahme auf europäische Politiker genutzt wurde.
Besonders alarmierend sind die Parallelen zwischen dem Fall Gill und der AfD: Beide nahmen an von Voloshin und Medwedtschuk organisierten Veranstaltungen teil, beide verbreiteten prorussische Narrative und beide wurden mutmaßlich finanziert, um die politische Agenda Moskaus in Europa voranzutreiben. Die britischen Ermittlungen könnten daher auch für Deutschland Konsequenzen haben.
Ein Geheimdienstskandal in Großbritannien: MI5 und der Neonazi-Informant
Parallel zu diesen Entwicklungen erschüttert ein Skandal den britischen Geheimdienst MI5. Ein investigativer Bericht enthüllte, dass der Geheimdienst über Jahre hinweg einen gewalttätigen Neonazi-Informanten gedeckt und geschützt hat. Der Mann, bekannt als "X", wurde als MI5-Agent geführt und nutzte seine Position, um schwere Gewaltverbrechen zu begehen, darunter Missbrauch und ein Angriff mit einer Machete auf seine Ex-Partnerin. MI5 versuchte, die Ermittlungen zu blockieren, und log sogar vor Gericht über seine Rolle.
Das Ausmaß des Skandals ist enorm:
MI5 gab vor Gericht an, die Identität von "X" nicht bestätigen zu können – obwohl interne Dokumente belegen, dass der Geheimdienst seine Rolle längst offenbart hatte und auch finanzielle Transaktionen zwischen den unterschiedlichsten Gruppierungen dokumentiert. Selbst ein Beamter plauderte lustig über die Identität von X.
Der Geheimdienstchef Sir Ken McCallum versuchte dann persönlich, die BBC von der Veröffentlichung der Enthüllungen abzuhalten.
Der MI5 musste schließlich eine "unreservierte Entschuldigung" an die britische Justiz richten und eingestehen, dass der Geheimdienst wiederholt gelogen hatte.
Die Enthüllungen werfen ernsthafte Fragen über den Umgang der Geheimdienste mit rechtsextremen Strukturen auf. Besonders brisant: Der MI5-V-Mann war tief in das Neonazi-Netzwerk "Blood & Honour" verstrickt – eine Organisation, die seit Jahren mit internationalen rechtsextremen Netzwerken kooperiert und es Hinweise gibt, das Russland, über solche Gruppen Einfluss auf westliche Demokratien auszuüben. Natürlich gegen Geld. Auch Krah und Voloshin pflegen enge Kontakte zu prorussischen Akteuren, die gezielt rechtsextreme Gruppen in Europa unterstützen.
Internationale Dimension: Blood & Honour und russische Einflussnahme
Die britische Regierung hat kürzlich nun ein weitreichendes Finanzsanktionsprogramm gegen "Blood & Honour" erlassen und erstmals das Anti-Terror-Sanktionsgesetz gegen eine rechtsextreme Gruppe angewandt. Alle Vermögenswerte der Organisation wurden eingefroren.
Dieser Schritt verdeutlicht, dass westliche Regierungen zunehmend gegen rechtsextreme Netzwerke vorgehen, die in der Vergangenheit oft ignoriert oder sogar verdeckt unterstützt wurden. Der Fall des MI5-Informanten zeigt jedoch, dass Geheimdienste teilweise selbst Teil des Problems sind.
Deutschland verbot "Blood & Honour" im Jahr 2000, dennoch gibt es Hinweise auf eine fortbestehende Untergrundstruktur.
Der MI5-Skandal wirft nun die Frage auf, inwiefern auch andere Geheimdienste Informanten in solchen Gruppen haben – und ob sie, ähnlich wie MI5, durch ihr Vorgehen nicht nur rechtsextreme Strukturen begünstigt haben, sondern auch durch die Einflussnahme Russland Tür und Tor geöffnet haben.
Ein tiefgreifendes Muster der Einflussnahme
Die aktuellen Enthüllungen zeigen ein besorgniserregendes Muster auf:
Russische Einflussoperationen nutzen gezielt westliche Politiker, um prorussische Narrative zu verbreiten.
Die AfD steht im Zentrum eines Korruptionsskandals, der sich auffallend mit den britischen Enthüllungen über gekaufte Abgeordnete deckt.n den letzten Jahren sind besorgniserregende Verbindungen zwischen der rechtsextremen Szene, insbesondere der Gruppe "Blood & Honour", der politischen Partei Alternative für Deutschland (AfD) und prorussischen Propagandanetzwerken wie "Voice of Europe" aufgedeckt worden. Diese Netzwerke scheinen darauf abzuzielen, rechtsextreme Ideologien zu fördern und prorussische Narrative in Europa zu verbreiten.
Und dann noch:
Verbindungen zwischen AfD und "Blood & Honour"
Im Dezember 2024 nahmen zwei AfD-Politiker an einer Veranstaltung nahe Zürich teil, die von der Schweizer Neonazi-Gruppe "Junge Tat" organisiert wurde. Anwesend waren auch Mitglieder von "Blood & Honour", einem internationalen neonazistischen Netzwerk. Diese Teilnahme wirft Fragen über die Nähe der AfD zu gewaltbereiten rechtsextremen Gruppierungen auf.
Der MI5-Skandal enthüllt, dass westliche Geheimdienste rechtsextreme Strukturen zum eigenen Vorteil nutzen – und dabei teils nicht nur ihre eigene Glaubwürdigkeit untergraben, sondern auch als Bindeglied, ungewollt, zwischen rechtsextremer Gruppen und Russlands Netzwerke fungierten
Die kommenden Wochen könnten weitere Enthüllungen bringen. Während die britische Justiz gegen Voloshin und Gill vorgeht, bleibt offen, wie die deutsche Justiz auf die Vorwürfe gegen AfD-Politiker reagieren wird. Doch seit Juli 2024 pausieren die Ermittlungen gegen Bystron – weil ein Antrag im Europaparlament feststeckt. Nun scheint Bewegung in den Fall zu kommen.
Sicher ist jedoch: Der Einfluss Russlands in Europa reicht weiter als bisher angenommen – und die westlichen Demokratien sind tief in das Netz der Einflussnahme verstrickt, wo auch Blood and Honour keine unbedeutende Rolle gespielt hat, so wie die Musik, als Alice Weidel im Februar 2025 in Budapest war und die Musik war "Blood and Honour" in dieser Zeit, kurz nach dem Tag der Ehre.